Lebenslauf, CV oder Resume? Die Unterschiede und was Sie wann brauchen

Vom CV-Analyz-Team, mit KI-UnterstützungGeprüft von Ahmad SakkaAktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Lebenslauf, CV oder Resume? Was die Begriffe in den USA, Großbritannien und Deutschland bedeuten, was sich im Dokument ändert und was eine Anzeige verlangt.

Wenn eine deutsche Stellenanzeige "CV" schreibt, meint sie fast immer Ihren Lebenslauf. Sie brauchen dann kein zweites Dokument, sondern einen tabellarischen Lebenslauf von meist zwei Seiten. Anders wird es erst, wenn der Arbeitgeber im Ausland sitzt: Ein US-Unternehmen erwartet ein Resume, ein britisches einen CV nach dortigen Gepflogenheiten, und eine Hochschule oft einen akademischen CV. Die Sprache der Anzeige sagt darüber wenig. Entscheidend ist, wer liest und wo die Stelle besetzt wird.

Die Begriffe im deutschen Bewerbungsalltag

  • Lebenslauf: das Standarddokument für den deutschsprachigen Arbeitsmarkt, meist tabellarisch und rückwärts chronologisch.
  • CV: in deutschen Anzeigen ein Synonym für Lebenslauf, besonders in Konzernen, Start-ups und englischen Ausschreibungen.
  • Resume: die nordamerikanische Kurzfassung, zugeschnitten auf eine Stelle und auf Ergebnisse ausgerichtet.
  • Akademischer CV: die ausführliche Fassung für Forschung und Lehre, mit Publikationen, Drittmitteln, Vorträgen und Lehrerfahrung.

Was wirklich anders ist: mehr als Sprache

Der häufigste Fehler ist, den eigenen Lebenslauf Zeile für Zeile zu übersetzen. Unterschiede entstehen weniger bei den Wörtern als bei den Erwartungen an das gesamte Dokument.

Persönliche Angaben und Foto

Das Foto ist in Deutschland freiwillig: Es kommt noch vor, ist aber nicht vorgeschrieben, und ein Lebenslauf ohne Foto ist vollständig. Familienstand, Kinder oder Religion gehören nicht hinein. Für die USA und Großbritannien lassen Sie Foto, Geburtsdatum und Familienstand weg. Für Österreich und die Schweiz prüfen Sie die Gepflogenheiten der Branche.

Zeugnisse und Anlagen

Hier zeigt sich der größte Unterschied. In Deutschland belegen Arbeitszeugnisse, Abschlusszeugnisse und Zertifikate oft den Werdegang. Im angelsächsischen Raum sind Arbeitszeugnisse in dieser Form unbekannt: Dort beschreiben Sie die Leistung im Dokument selbst und nennen Referenzen, wenn man Sie danach fragt. Eine Bewerbung nach London braucht darum keinen Anhang aus Zeugnissen.

Datum und Unterschrift

Ort, Datum und Unterschrift unter dem Lebenslauf sind eine deutsche Tradition, und bei Online-Bewerbungen fehlen sie heute oft ohne Nachteil. In einem Resume oder britischen CV wirken sie ungewohnt, also entfallen sie dort.

Aus dem Lebenslauf wird ein Resume: Schritt für Schritt

  1. Klären Sie das Zielland und lesen Sie die Karriereseite des Arbeitgebers.
  2. Entfernen Sie Foto, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeit und Unterschrift, sofern nicht ausdrücklich verlangt.
  3. Schreiben Sie oben ein Summary von zwei Zeilen zur Zielstelle.
  4. Formulieren Sie Aufgaben als Ergebnisse neu, statt sie zu übersetzen.
  5. Erklären Sie deutsche Abschlüsse: Die duale Ausbildung und die IHK-Prüfung kennt im Ausland nicht jeder.
  6. Kürzen Sie Schul- und Ausbildungsdetails, und entscheiden Sie sich für britische oder amerikanische Schreibweise.
  7. Prüfen Sie das Format: In Nordamerika ist Letter üblich, in Großbritannien A4. Schreiben Sie Monate aus, denn 03/04/2024 wird dort unterschiedlich gelesen.

Beispiel: dieselbe Stelle, zwei Dokumente

Die folgenden Zeilen stammen aus einem erfundenen Werdegang einer Industriekauffrau:

Lebenslauf: 03/2020 bis heute, Sachbearbeiterin Einkauf, Maschinenbau Keller GmbH, Bremen. Bestellabwicklung und Betreuung von 40 Lieferanten in SAP, Mitarbeit an Frachtverträgen.
Resume: Purchasing Specialist, Keller Machinery, Bremen, Germany, Mar 2020 to present. Managed orders with 40 suppliers in SAP and supported the renegotiation of two freight contracts.

Die Fakten bleiben gleich. Geändert hat sich die Reihenfolge: Das Resume sagt zuerst, was die Person bewirkt hat, und nennt auch das Land, weil ein US-Leser die Stadt vielleicht nicht einordnen kann. Fügen Sie beim Umschreiben keine Zahl hinzu, die Sie nicht belegen können.

Sonderfall Wissenschaft

Bewerben Sie sich an einer Hochschule oder auf eine Forschungsstelle, folgen Sie zuerst der Ausschreibung. Sie verlangt häufig Publikationsliste, Drittmittel oder Lehrerfahrung. Wechseln Sie aus der Promotion in die Industrie, gilt das Gegenteil: Die Publikationsliste schrumpft auf eine Zeile, und Methoden, Projektverantwortung und Werkzeuge rücken nach vorn.

Häufige Fehler

  • Bei einer deutschen Anzeige mit dem Wort "CV" ein ganz anderes Dokument erstellen.
  • Den deutschen Lebenslauf mit Foto und Unterschrift unverändert nach Chicago schicken.
  • Eine Mappe mit Zeugnissen an ein britisches Unternehmen senden, das nur den CV verlangt.
  • "Curriculum Vitae" als große Überschrift verwenden, statt mit dem Namen zu beginnen.
  • Britische und amerikanische Schreibweise mischen.

Bleibt die Stelle in Deutschland, helfen Ihnen die Hinweise zur Seitenzahl im Lebenslauf. Für das Ausland vergleichen Sie die Lebenslauf-Standards nach Land, für Bewerbungen in die Vereinigten Staaten lesen Sie den Ratgeber zum Lebenslauf für die USA. Halten Sie sich an die Anzeige und das Zielland, dann ist das Wort "CV" kein Hindernis mehr.

Was das Wort je nach Land bedeutet

  • Deutschland, Österreich: Lebenslauf, meist tabellarisch und mit weiteren Unterlagen.
  • Schweiz: Lebenslauf oder CV, oft Teil eines vollständigen Dossiers mit Zeugnissen.
  • Großbritannien, Irland: CV bedeutet das normale Bewerbungsdokument, meist zwei Seiten.
  • USA und englischsprachiges Kanada: Resume ist das normale Dokument, CV ein langer akademischer oder medizinischer Werdegang.
  • Frankreich: CV, meist eine Seite, mit Zielposition oben.
  • Japan: rirekisho und shokumu keirekisho, feste Dokumente mit verschiedenen Zwecken.
  • Golfstaaten: CV ist üblich, oft mit Nationalität und Visumstatus.

Folgen Sie im Zweifel dem Wort aus der Anzeige und prüfen Sie die Erwartungen unter Standards nach Land.

Vom deutschen Lebenslauf zum US-Resume

Bei einer Bewerbung in den USA reicht eine Übersetzung nicht. Diese Schritte verändern das Dokument wirklich:

  1. Foto, Geburtsdatum, Familienstand, Nationalität und Unterschrift entfernen.
  2. Tabellarische Spalten auflösen und jede Station mit starkem Verb im Präteritum beginnen.
  3. Auf eine Seite oder zwei kürzen, je nach Erfahrung.
  4. Ein Summary oben ergänzen, das die Zielposition nennt.
  5. Abschlüsse erklären: Ausbildung, Meister und Fachhochschule haben keine direkte Entsprechung.
  6. Arbeitszeugnisse nicht mitschicken, dort kennt man sie nicht. Ergebnisse gehören in das Resume.
  7. Papier auf Letter stellen und Daten amerikanisch schreiben, etwa Mar 2024.

Vom Resume zum akademischen CV

In die andere Richtung wird ergänzt, nicht gekürzt. Bildung kommt nach oben, mit Titel der Dissertation und Betreuung. Dann folgen Publikationen in einem Zitierstil, Drittmittel mit Betrag und Rolle, Lehre mit Veranstaltungen und Teilnehmerzahl, Vorträge und Gutachtertätigkeit. Die Länge richtet sich nach Ihrem Werdegang, sodass eine Promovierende drei oder vier Seiten braucht und eine Professorin viel mehr. Siehe akademischer Lebenslauf.

Wenn die Anzeige CV oder Resume schreibt

Meistens heißt das: Senden Sie Ihr übliches Dokument. Prüfen Sie Branche und Land. Ein US-Techunternehmen, das einen CV verlangt, meint fast immer ein Resume. Eine US-Universität meint die lange Fassung. Ein deutsches Unternehmen, das englisch ausschreibt und CV schreibt, erwartet meist zwei Seiten auf Englisch, oft ohne Foto. Können Sie es wirklich nicht einordnen, senden Sie das kürzere Dokument, denn mehr kann man immer anfordern.

Dateiname und Überschrift

Schreiben Sie weder Lebenslauf noch Resume groß über die Seite, sondern Ihren Namen. Beim Dateinamen nutzen Sie Namen und den landesüblichen Begriff, etwa Lena-Vogel-Lebenslauf.pdf in Deutschland oder Lena-Vogel-Resume.pdf für die USA. Dieses kleine Detail zeigt, dass Sie den Markt kennen.

Eine schnelle Entscheidung

  1. Forschung oder Medizin in Nordamerika? Langer CV.
  2. Andere Stelle in den USA oder Kanada? Resume, eine bis zwei Seiten.
  3. Großbritannien, Irland oder Australien? CV beziehungsweise Resume in landesüblicher Länge.
  4. Deutschland, Österreich, Schweiz? Tabellarischer Lebenslauf mit passenden Anlagen.
  5. Formular vorgegeben? Nutzen Sie es, und betrachten Sie den Rest als Hintergrund.

Deutsche Angaben richtig übertragen

Deutsche AngabeIm englischen Resume
Ausbildung zur BankkauffrauVocational training as a bank clerk (3-year apprenticeship)
AbiturAbitur (university entrance qualification)
MeisterMaster craftsman certificate (Meister)
Dipl.-Ing.Diplom in Engineering (equivalent to a master's degree), wenn zutreffend
WerkstudentWorking student (part-time during studies)

Schreiben Sie den deutschen Begriff in Klammern dazu, damit nichts verloren geht. Für die offizielle Anerkennung eines Abschlusses im Ausland gelten eigene Verfahren des Ziellandes.

Auch Zeugnisse und Arbeitszeugnisse sind außerhalb des deutschsprachigen Raums kaum bekannt. Fügen Sie sie nur hinzu, wenn sie gefragt werden. Dafür sind Referenzen in den USA verbreiteter: Halten Sie zwei Namen bereit, aber nennen Sie diese nicht im Resume.

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Häufige Fragen

Ist ein CV dasselbe wie ein Lebenslauf?

In deutschen Anzeigen ja, CV meint dort in der Regel den Lebenslauf. Für Arbeitgeber im Ausland gelten aber oft andere Erwartungen an Inhalt und persönliche Angaben.

Was ist der Unterschied zwischen CV und Resume?

In den USA und Kanada ist das Resume das kurze Bewerbungsdokument und der CV die lange akademische Fassung. In Großbritannien heißt das kurze Dokument selbst CV.

Braucht ein englischer CV ein Foto?

Für Großbritannien, Irland, die USA und Kanada in der Regel nicht. Lassen Sie es weg, außer die Ausschreibung verlangt es ausdrücklich.

Muss ich Zeugnisse an ausländische Arbeitgeber schicken?

Meist nicht mit der ersten Bewerbung. Senden Sie sie nur, wenn die Anzeige danach fragt, und beschreiben Sie Ihre Leistungen im Dokument selbst.

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