Schriftart im Lebenslauf: Welche Schrift, welche Größe und was DIN 5008 wirklich sagt
Arial, Calibri oder Cambria in 10 bis 12 Punkt sind sichere Optionen. Warum DIN 5008 keine Schrift vorschreibt, welche Größe passt und wie Sie die PDF testen.
Für den Lebenslauf eignet sich eine gut lesbare Standardschrift wie Arial, Calibri, Cambria oder Georgia, im Fließtext meist in 10 bis 12 Punkt. Verwenden Sie dieselbe Schrift auch im Anschreiben, damit die Unterlagen einheitlich wirken. Eine vorgeschriebene Schrift gibt es nicht. Auch eine Schrift, die nachweislich mehr Einladungen bringt, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Es lohnt also, die Auswahl schnell zu treffen und danach die fertige PDF zu prüfen.
Was DIN 5008 tatsächlich regelt
Viele suchen eine amtliche Regel und landen bei der DIN 5008. Mehrere deutsche Ratgeber weisen darauf hin, dass sie sich vor allem auf Geschäftsbriefe und damit eher auf das Anschreiben bezieht. Ein tabellarischer Lebenslauf muss dieser Norm nicht folgen, und eine bestimmte Schriftart legt sie laut diesen Ratgebern nicht fest. Häufig wird für Geschäftsbriefe ein Schriftgrad von 11 bis 12 Punkt genannt. Der Normtext selbst ist kostenpflichtig. Prüfen Sie ihn also nur dann, wenn ein Arbeitgeber ausdrücklich auf DIN 5008 besteht.
Wie belastbar sind Studien und Listen?
Karrierebibel verweist auf eine Studie einer US-Universität, nach der Cambria im Fließtext besonders gut ankam, und nennt dazu Prozentwerte. Solche Arbeiten messen, wie eine Schrift wahrgenommen wird, aber nicht, wer eingeladen oder eingestellt wurde. Die Originalstudie konnte ich nicht prüfen. Auch Listen von ATS-sicheren Schriften zitieren in der Regel keinen Test eines Herstellers. Eine Aussage von Ratgebern lautet, die Wahl der Schrift sei auch Geschmackssache, und das passt zu diesem Befund.
Die kurze Auswahl
- Serifenlos: Arial, Calibri, Helvetica, Verdana, Noto Sans. Gut am Bildschirm, passend für technische und moderne Branchen.
- Mit Serifen: Cambria, Georgia, Garamond, Times New Roman. Wirkt etwas klassischer und passt zum Beispiel zu Recht oder Wissenschaft, ohne dort Pflicht zu sein.
- Höchstens zwei Schriften: eine für Überschriften und eine für den Text. Eine allein reicht oft.
- Vermeiden: Comic Sans, Schreibschriften und sehr dünne oder schmale Schnitte.
Modernere Schriften aus dem Netz sind erlaubt. Wenn Sie aber eine Word-Datei schicken, ohne dass der Empfänger diese Schrift installiert hat, ersetzt sein Rechner sie möglicherweise. Deshalb gilt die PDF als sicherere Form, wie der Beitrag zum Dateiformat für den Lebenslauf zeigt.
Schriftgröße: am Papier prüfen
- Fließtext: Arial meist um 11, Calibri 11 bis 12, Garamond eher 12 Punkt. Dieselbe Punktzahl sieht je nach Schrift unterschiedlich groß aus.
- Überschriften: 12 bis 16 Punkt, oder fett in ähnlicher Größe.
- Name: häufig 16 bis 22 Punkt.
- Datum und Kontaktzeile: dürfen etwas kleiner sein, sollten aber gut lesbar bleiben.
Drucken Sie eine Seite aus und öffnen Sie die PDF auf dem Smartphone. Passt Ihr Lebenslauf nur mit winziger Schrift auf die Seiten, kürzen Sie den Inhalt, statt die Schrift zu verkleinern. Dabei hilft die richtige Länge des Lebenslaufs. Karrierebibel rät, nicht unter 10 Punkt zu gehen, und das ist ein vernünftiger Richtwert.
Der wichtigere Test: Kann die PDF gelesen werden?
Ein Bewerbermanagementsystem liest den in der Datei gespeicherten Text. Probleme entstehen bei Scans, bei Texten, die in Grafikprogrammen in Konturen umgewandelt wurden, und manchmal bei unvollständig eingebetteten Schriften. So prüfen Sie das in einer Minute:
- Öffnen Sie die fertige PDF und markieren Sie einen ganzen Absatz.
- Kopieren Sie ihn in den Editor oder ein anderes einfaches Textprogramm.
- Kontrollieren Sie Namen, Berufsbezeichnungen, Umlaute und das ß.
- Lässt sich nichts markieren, ist die Datei vermutlich ein Bild.
- Fehlen Zeichen, wechseln Sie Schrift oder Exportwerkzeug und testen Sie erneut.
Das ist ein praktischer Hinweis und keine Garantie, denn Systeme unterscheiden sich. Wir haben es bei CV Analyz selbst erlebt: Arabische PDFs sahen makellos aus, während im Textlayer Buchstaben verschwunden waren, weil die Schriftdateien unvollständig waren. Mehr zum Aufbau finden Sie unter ATS-freundliche Lebenslauf-Vorlagen.
Vorher und nachher
Erfundenes Beispiel einer Bewerbung als Teamassistenz:
Vorher: Name in Schreibschrift, Überschriften in Impact, Text in einer anderen Schrift mit 9 Punkt, Datumsangaben hellgrau, im Anschreiben dann Times New Roman.
Nachher: Überall Calibri, Name fett in 20 Punkt, Überschriften fett in 13 Punkt, Text in 11 Punkt, Farbe fast schwarz, zwei ältere Stationen gekürzt, PDF hat den Kopiertest bestanden.
Inhaltlich hat sich nichts geändert. Das Dokument lässt sich jetzt aber leichter lesen, gedruckt und am Bildschirm.
Häufige Fehler
- Unterschiedliche Schriften in Anschreiben und Lebenslauf.
- Hellgrauer Text, der im Ausdruck fast verschwindet.
- Fett, kursiv und unterstrichen gleichzeitig. Heben Sie sparsam und nach einem festen Muster hervor.
- Viel Zeit für die Schrift und wenig für die Inhalte.
- Eine heruntergeladene Schrift ohne Umlaute. Wenn ä oder ß aus einer anderen Schrift kommen, sieht man das sofort.
Was die Vorlagen von CV Analyz machen
Unsere Vorlagen nutzen selbst bereitgestellte Noto-Schriften für lateinische und arabische Texte. Die PDF entspricht dadurch der Bildschirmansicht und enthält eine echte Textebene. Chinesisch und Japanisch nutzen System- oder Noto-CJK-Schriften und können leicht abweichen. Machen Sie trotzdem den Kopiertest mit der fertigen Datei.
Kurz gesagt: Wählen Sie eine schlichte Schrift, stellen Sie die Größe so ein, dass man sie bequem lesen kann, prüfen Sie die PDF und kümmern Sie sich dann um das, was Personalverantwortliche wirklich wissen wollen: was Sie können und erreicht haben.
Erstellen Sie Ihren Lebenslauf mit CV Analyz: Beantworten Sie ein paar einfache Fragen, ganz ohne alte Datei, und erhalten Sie einen klaren Lebenslauf für Zielstelle und Zielland, nur aus Ihren Angaben.
Jetzt kostenlos Lebenslauf erstellenHäufige Fragen
Welche Schriftart ist für den Lebenslauf am besten?
Keine ist nachweislich die beste. Arial, Calibri, Cambria und Georgia sind gut lesbare, sichere Optionen.
Welche Schriftgröße im Lebenslauf?
Meist 10 bis 12 Punkt im Fließtext, abhängig von der Schrift. Überschriften dürfen etwas größer sein. Prüfen Sie den Ausdruck.
Muss der Lebenslauf der DIN 5008 entsprechen?
In der Regel nicht. Die Norm betrifft vor allem Geschäftsbriefe, und ein tabellarischer Lebenslauf darf eine eigene Struktur haben.
Ist Times New Roman noch in Ordnung?
Ja. Manche empfinden sie als altmodisch, doch dass sie einer Bewerbung schadet, ist nicht belegt.