Lebenslauf in Österreich: Aufbau, Foto, Gehalt und Unterschiede zu Deutschland

Vom CV-Analyz-Team, mit KI-UnterstützungGeprüft von Ahmad SakkaAktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Lebenslauf für Österreich: tabellarisch, höchstens zwei Seiten, mit Matura, LAP und akademischen Titeln. Mit Beispielen und Unterschieden zu Deutschland.

Ein Lebenslauf für Österreich ist tabellarisch, umgekehrt chronologisch, sachlich und möglichst nicht länger als zwei Seiten. Daten stehen im Format MM/JJJJ. Er ähnelt dem deutschen, verwendet aber eigene Begriffe wie Matura, Lehrabschlussprüfung (LAP) und oft akademische Titel. Ein Foto ist keine Pflicht, in vielen Branchen aber üblich. Zur Bewerbung gehören meist auch Motivationsschreiben und Dienstzeugnisse. Hier sehen Sie den Aufbau, Beispiele und die wichtigsten Unterschiede.

Der Aufbau

Ein klares, einspaltiges Layout hilft Personalverantwortlichen und Bewerbermanagementsystemen gleichermaßen.

  1. Persönliche Daten: Name, Adresse oder Ort, Telefon, E-Mail, LinkedIn.
  2. Kurzprofil: zwei bis drei sachliche Sätze, optional.
  3. Berufserfahrung: Position, Arbeitgeber, Ort, MM/JJJJ, Ergebnisse.
  4. Ausbildung: Studium, Matura oder Lehre mit Einrichtung und Daten.
  5. Weiterbildung: nur was zur Stelle passt.
  6. Sprachen: mit Niveau.
  7. EDV-Kenntnisse: Programme laut Inserat.

Österreichische Begriffe richtig verwenden

  • Matura statt Abitur. Nennen Sie auch den Schultyp, etwa HTL oder HAK.
  • Lehrabschlussprüfung (LAP) statt Gesellenprüfung.
  • Akademische Titel wie Mag., DI oder Dr. werden in Österreich häufig geführt und gehören zum Namen, wenn Sie sie tragen.
  • Dienstzeugnis statt Arbeitszeugnis, Dienstgeber statt Arbeitgeber in vielen Texten.
  • Präsenz- oder Zivildienst: kann in der Chronologie stehen, vor allem wenn sonst eine Lücke entsteht.
  • Jänner statt Januar: In Fließtexten üblich, im Format MM/JJJJ stellt sich die Frage nicht.

Kurzprofil mit Substanz

Nennen Sie Beruf, Erfahrung und Schwerpunkt. Die Beispiele sind Illustrationen, also setzen Sie Ihre Angaben ein.

Vorher: Motivierte, teamfähige Mitarbeiterin mit hoher Einsatzbereitschaft.
Nachher: HAK-Absolventin und Buchhalterin mit 7 Jahren Erfahrung im Tourismus, Schwerpunkt Monatsabschlüsse und Lohnverrechnung.

Aufgaben in Ergebnisse übersetzen

Nutzen Sie Handlung, Umfang und Ergebnis, ohne Übertreibungen. Fehlt eine genaue Zahl, nennen Sie Volumen oder Häufigkeit.

Vorher: Zuständig für die Lohnverrechnung.
Nachher: Lohnverrechnung für 120 Beschäftigte in 3 Hotelbetrieben übernommen und die Abrechnung auf ein digitales System umgestellt.

Foto und persönliche Angaben

  • Foto: keine Pflicht, in vielen Branchen aber üblich. Wenn, dann ein aktuelles, professionelles Foto.
  • Geburtsdatum und Staatsbürgerschaft: freiwillig, aber in der Praxis häufig. Eine Staatsbürgerschaft oder Bewilligung hilft, wenn sie Ihre Arbeitsberechtigung klärt.
  • Familienstand und Kinder: freiwillig. Laut AMS dürfen sie Ihnen keinen Nachteil bringen, und das Gleichbehandlungsgesetz schützt vor Benachteiligung.
  • Unterschrift: nicht nötig, außer sie wird verlangt.

Gehalt in Inseraten und Bewerbungen

Österreichische Stelleninserate nennen meist ein kollektivvertragliches Mindestgehalt und oft die Bereitschaft zur Überzahlung. Prüfen Sie im Inserat, ob Monats- oder Jahresbetrag gemeint ist. Werden Gehaltsvorstellungen verlangt, nennen Sie im Anschreiben einen Bruttowert, üblicherweise pro Jahr. Bedenken Sie, dass österreichische Gehälter oft auf 14 Monatsgehälter bezogen sind. Im Lebenslauf selbst steht kein Gehalt.

Die vollständige Bewerbung

  • Motivationsschreiben: auf Stelle und Unternehmen zugeschnitten.
  • Lebenslauf: meist bis zwei Seiten. Einige Beratungsstellen akzeptieren drei, kürzer wirkt aber meist besser.
  • Dienstzeugnisse und Abschlusszeugnisse: die relevanten Kopien.
  • Lücken: Erklären Sie eine Lücke im Lebenslauf sachlich und mit einer Zeile.

Aus Deutschland oder dem Ausland bewerben

  • Deutsche Bewerbende: Unser Leitfaden für Deutschland passt als Grundlage. Ändern Sie Begriffe und nennen Sie deutsche Abschlüsse verständlich.
  • EU-Bürger: In der Regel freier Arbeitsmarktzugang.
  • Drittstaaten: Die Rot-Weiß-Rot-Karte arbeitet mit einem Punktesystem nach Qualifikation, Erfahrung, Sprache und Alter. Punktewerte ändern sich und unterscheiden sich je Kategorie, prüfen Sie daher migration.gv.at.
  • Sprachen: Geben Sie Sprachniveaus ehrlich an, denn Deutsch wird in vielen Stellen vorausgesetzt.

Wo Sie suchen

Nutzen Sie karriere.at, den AMS-Stellenservice, StepStone, willhaben Jobs und LinkedIn sowie die Karriereseiten von Unternehmen. Halten Sie Positionen und Daten in Profilen und Lebenslauf gleich.

Ein vollständiges Kurzmuster

Person, Firmen und Zahlen sind erfunden, das Format können Sie übernehmen.

Anna Berger | Innsbruck | +43 660 5550147 | [email protected] | LinkedIn
Profil: Buchhalterin mit 6 Jahren Erfahrung in der Hotellerie, Schwerpunkt Lohnverrechnung und Monatsabschluss.
Buchhalterin | Hotelgruppe, 120 Beschäftigte, Innsbruck | 03/2020 – 06/2026. Lohnverrechnung für 3 Betriebe übernommen und auf ein digitales System umgestellt.
02/2017 – 02/2020: Sachbearbeiterin Rechnungswesen, Handelsbetrieb, Innsbruck. Rund 900 Rechnungen pro Monat geprüft.
Ausbildung: Bachelor Betriebswirtschaft, Universität Innsbruck, 2016. Sprachen: Deutsch (Muttersprache), Englisch C1. Kenntnisse: BMD, SAP FI, Excel.

Sprachnachweise und Ton

Wenn Deutsch nicht Ihre Erstsprache ist, nennen Sie Zertifikate wie ÖSD, Goethe oder telc mit Niveau und Jahr. Halten Sie den Ton sachlich und vermeiden Sie Superlative. Schreiben Sie Ansprechpersonen im Motivationsschreiben mit dem Titel an, der im Inserat steht, denn Titel werden in Österreich häufig verwendet. Sind Sie unsicher, prüfen Sie den Namen auf der Website des Unternehmens. Wer aus Deutschland kommt, passt vor allem die Begriffe an, denn die Rechtschreibung bleibt weitgehend gleich, anders als etwa in der Schweiz.

Häufige Fehler

  • Deutsche Begriffe unverändert übernehmen, etwa Abitur statt Matura.
  • Titel weglassen oder falsch schreiben.
  • Einen Lebenslauf von drei Seiten ohne Grund schicken.
  • Gehalt in den Lebenslauf schreiben.
  • Übertriebene Selbstbeschreibungen statt belegbarer Ergebnisse.

Fazit und Checkliste

  1. Tabellarisch und möglichst zwei Seiten.
  2. Österreichische Begriffe und korrekte Titel.
  3. Daten im Format MM/JJJJ.
  4. Belegbare Ergebnisse.
  5. Dienstzeugnisse und Motivationsschreiben bereit.
  6. Von einem Menschen gegengelesen.

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Häufige Fragen

Was ist anders als in Deutschland?

Vor allem Begriffe wie Matura, LAP und Dienstzeugnis, die häufigere Nennung von Titeln und Gehaltsangaben in Inseraten.

Ist ein Foto Pflicht?

Nein. In vielen Branchen ist es üblich, aber nicht vorgeschrieben.

Wie lang darf der Lebenslauf sein?

Am besten höchstens zwei Seiten.

Muss ich den Präsenzdienst angeben?

Das ist Ihre Entscheidung. Viele nennen ihn in der Chronologie, besonders wenn sonst eine Lücke entsteht.

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