Bewerbungsfoto: gehört ein Foto in den Lebenslauf? Regeln nach Land
Bewerbungsfoto im Lebenslauf: Es ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, aber oft üblich. Wann es sich lohnt, wie es aussehen sollte und was im Ausland gilt.
Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, und Sie können auch ohne Foto eine vollständige Bewerbung abgeben. Üblich ist es trotzdem in vielen Branchen geblieben. Entscheiden Sie also nach Stelle und Land: Verlangt eine Anzeige ausdrücklich keine Fotos oder gehen Sie in die USA oder nach Großbritannien, lassen Sie es weg. Bei einer klassischen deutschen Bewerbung kann ein gutes Foto passen, ein schlechtes schadet aber eher. Hier finden Sie die Entscheidungshilfe, Anforderungen an das Bild und den wichtigsten technischen Fehler.
Eine grobe Orientierung nach Land. Die Anzeige geht immer vor.
| Foto | Länder |
|---|---|
| Üblich | Deutschland, Österreich, Spanien, China, Japan, Indonesien |
| Freiwillig | Ägypten, Jordanien, Marokko, Frankreich, Portugal, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman, Schweiz, Türkei |
| Meist weglassen | Vereinigtes Königreich, Irland, Vereinigte Staaten, Kanada, Australien, Brasilien, Mexiko |
Was rechtlich gilt und was nicht
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nennt das Foto nicht ausdrücklich. Ratgeber leiten seine Freiwilligkeit daraus ab, dass ein Bild Merkmale wie Alter, Geschlecht oder ethnische Herkunft zeigen kann, die das Gesetz schützt. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat zudem anonymisierte Bewerbungen ohne Foto erprobt. Wie weit das im Einzelfall trägt, ist eine juristische Frage, die dieser Text nicht entscheiden kann. Für die Praxis genügt: Eine Pflicht zum Foto gibt es nach den uns vorliegenden Quellen nicht, und ein Lebenslauf ohne Foto ist kein Formfehler.
Foto oder nicht? So entscheiden Sie
- Lesen Sie die Anzeige. Bittet das Unternehmen um Bewerbungen ohne Foto, halten Sie sich daran.
- Schauen Sie sich die Branche an. In konservativen Bereichen und im Kundenkontakt kommt ein Foto häufiger vor als in internationalen Technologieunternehmen.
- Prüfen Sie den Sitz des Unternehmens. Eine US-Firma in München kann einem globalen Verfahren folgen, das Fotos nicht erwartet.
- Beurteilen Sie Ihr Bild ehrlich. Haben Sie nur ein Handyfoto vom Urlaub, ist der Verzicht die bessere Wahl.
Wenn Sie sich für ein Foto entscheiden
- Kopf und Schultern im Bild, Blick in die Kamera.
- Ruhiger, nicht ablenkender Hintergrund.
- Kleidung wie zum Vorstellungsgespräch in dieser Branche.
- Gleichmäßiges Licht, keine Filter, keine starke Retusche.
- Aktuell, also so, dass man Sie beim Gespräch wiedererkennt.
- Ein Fotograf für Bewerbungsbilder lohnt sich vor allem, wenn das Foto in Ihrer Branche üblich ist. Ein ruhiges Tageslichtfoto von einer Freundin kann ebenfalls reichen.
Das Bild steht meist oben rechts neben den persönlichen Daten oder links im Kopfbereich. Eine eigene Deckblattseite nur für das Foto ist kein Muss.
Ohne Foto: was dann?
Schreiben Sie keinen Hinweis wie "Foto auf Anfrage". Lassen Sie die Stelle einfach frei und gestalten Sie den Kopfbereich mit Name und Kontaktdaten sauber. Niemand muss erklären, warum ein freiwilliges Element fehlt. Ein aktuelles Foto im LinkedIn-Profil können Sie unabhängig davon behalten.
Was im Ausland üblich ist
Konventionen ändern sich und unterscheiden sich innerhalb eines Landes. Die folgende Übersicht ist deshalb nur eine grobe Orientierung:
- USA: Die Gleichstellungsbehörde EEOC erklärt, dass Arbeitgeber keine Fotos von Bewerbern verlangen sollten. Lassen Sie es weg.
- Großbritannien und Irland: Üblich ist ein Lebenslauf ohne Foto. Der britische National Careers Service rät außerdem, Alter, Familienstand und Staatsangehörigkeit nicht anzugeben.
- Kanada und Australien: In der Regel ohne Foto.
- Golfstaaten: keine offizielle Vorgabe gefunden; Personalberater nennen das Foto eine persönliche Entscheidung. Folgen Sie der Anzeige.
- Japan: Der klassische Rirekisho hat ein Fotofeld, das Format gibt das Formular vor.
- Frankreich: Nicht vorgeschrieben und von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.
Mehr dazu steht in den Lebenslauf-Standards nach Land und im Ratgeber zum Lebenslauf für Deutschland. Bewerben Sie sich in mehreren Ländern, halten Sie zwei Fassungen bereit.
Der technische Fehler, den kaum jemand prüft
Ein Foto selbst ist für eine Bewerbungssoftware meist kein Problem, sie überspringt das Bild einfach. Kritisch wird es, wenn Name, Position oder Telefonnummer als Teil einer Grafik im selben Kopfbild stecken. Dann sind diese Angaben kein Text mehr. Prüfen Sie das: Markieren Sie im PDF Ihren Namen und kopieren Sie ihn. Klappt das nicht, bauen Sie den Kopfbereich um. Was bei Dateien sonst zu beachten ist, erklärt der Ratgeber zum Dateiformat.
Achten Sie außerdem auf die Dateigröße. Ein unverkleinertes Handybild macht das PDF schnell unnötig groß, und manche Portale begrenzen den Upload. Verkleinern Sie das Bild vor dem Einfügen.
Häufige Fehler
- Ein Ausschnitt vom Familienfest, auf dem noch eine fremde Schulter zu sehen ist.
- Ein zehn Jahre altes Bild.
- Ein Selfie mit Spiegel oder schräger Perspektive.
- Grafische Rahmen und bunte Formen um das Bild.
- Das Foto bei einer US-Bewerbung aus Gewohnheit stehen lassen.
Kurz gesagt
Ein Foto kann eine deutsche Bewerbung abrunden, ersetzt aber nichts. Über die Einladung entscheidet Ihre Eignung. Wählen Sie im Zweifel lieber kein Bild als ein schlechtes, und prüfen Sie bei jeder Auslandsbewerbung neu, was dort erwartet wird.
Quellen: EEOC: Prohibited practices.
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Ist ein Bewerbungsfoto Pflicht?
Nein. Eine Pflicht ist uns nicht bekannt, und ein Lebenslauf ohne Foto ist kein Formfehler. In vielen deutschen Branchen ist ein Foto dennoch üblich.
Warum wollen britische und US-Arbeitgeber kein Foto?
Ein Foto zeigt Merkmale wie Alter oder Herkunft, die bei der Auswahl keine Rolle spielen sollen. Die US-Behörde EEOC rät Arbeitgebern davon ab, Fotos von Bewerbern zu verlangen.
Stört ein Foto eine Bewerbungssoftware?
Das Bild selbst meist nicht. Riskant ist es, wenn Name und Kontaktdaten Teil derselben Grafik sind, weil sie dann nicht als Text vorliegen.
Wie aktuell sollte das Foto sein?
So aktuell, dass man Sie beim Gespräch sofort wiedererkennt. Eine feste gesetzliche Frist gibt es dafür nach unseren Quellen nicht.